Der JJVB bietet im Rahmen seines Programms ergänzend zum Lehr- und Graduierungssystem und zu „Wettkampf Ju-Jutsu“ auch „Selbstbehauptung (SB) und alltagsgeeignete Selbstverteidigung (SV)“ an.
Für Frauen, bzw. alle Personen, die zeitlich begrenzt oder dauerhaft (Verletzung, Handicap, Alter, Jugend, schwach, zierlich….) einem Angreifer körperlich nicht gewachsen scheinen oder sind, aber auch für alle anderen, ist die Selbstbehauptung vor der SV ein sehr wichtiges Element, wird aber leider oft zu wenig beachtet.
Die Notwendigkeit der Ergänzung des für SV sehr geeigneten Systems „Ju-Jutsu“ mit Selbstbehauptung ist von großer Bedeutung. Denn eine Auseinandersetzung beginnt nicht mit SV, sie endet damit!
Vor der eigentlichen SV-Situation –der körperlichen Auseinandersetzung- befindet sich ein komplexer Ablauf von Verhaltensmustern des Täters sowie des Opfers. Beginnend mit der „Austestphase“, deren Gewaltpotenzial sich steigert, umfasst die Reichweite einer Situation vom Ausspionieren des Opfers über die nonverbale und verbale Kontaktaufnahme bis hin zur Belästigung, Nötigung alles nur Denkbare, um erst dann letztendlich in der körperlichen Kontaktaufnahme, dem aktiven Angriff, zu eskalieren.
Das nennt man „Gewaltspirale“. Deren Dynamik ist umso schwerer zu unterbrechen, je weiter sie bereits vorangeschritten ist. Leider beginnt für die meisten Menschen der Gedanke an SV erst hier, wo nur noch mit einer entschiedenen, aktiven körperlichen Gegenwehr eine Angriffssituation unterbrochen werden kann.
An diesem Punkt ist das Risiko der Eigengefährdung bzw. des Misslingens am größten.
Würde man sich früher, d.h. vor der körperlichen Auseinandersetzung mit dem Gedanken an SV mental beschäftigen, wäre die Chance viel besser, eine Situation zu deeskalieren bzw. sie erst gar nicht eskalieren zu lassen.
Ein frühes Unterbrechen der Täter-Opfer Rollenproblematik durch gezielten Einsatz von Gestik, Mimik, Körpersprache, Stimme, Wortwahl, … führt zu einer größeren Erfolgschance mit einem deutlich geringerem Risiko einer körperlichen Auseinandersetzung und ist sowohl ungefährlicher als auch erfolgversprechender. Das nennen wir „Selbstbehauptung“.
Das Training o.g. Techniken sollte in Rollenspielen geübt werden.
Der Anteil von interessierten männlichen Teilnehmern an Veranstaltungen der „Frauen SV“ des JJVB zeigt, dass das Thema kein ausschließlich “frauenspezifisches“ ist. Sowohl die Selbstbehauptung, als auch die SV, deren Auswahl und Umsetzung der Techniken eine durchaus andere als die im Prüfungsprogramm Ju-Jutsu sein kann, geht sowohl Männer, Frauen und Kinder etwas an.
Ausbildungs- und Lehrprogramm:
• SV+SB Kurse für „Nicht Ju-Jutsuka“ in den Vereinen • SV+SB Lehrgänge für Ju-Jutsuka auf Landesebene • Ausbildung „Leiter/in Frauen SV+SB Kurs“ • Infos über Lehrmaterial und Werbemittel für Kurse
gez.: Medienteam JJVB
|